Die US-Derivateaufsicht CFTC hat am 27. Oktober 2026 Klage gegen den US-Bundesstaat Utah eingereicht, um zu verhindern, dass der Staat mit eigenem Recht gegen bundesregistrierte Prognosemärkte vorgeht. Die Behörde teilte mit, Utah habe zuvor zivilrechtliche Vollstreckungsverfahren vor staatlichen Gerichten gegen CFTC-regulierte Börsen und andere Unternehmen eingeleitet.
Nach Auffassung der CFTC behindert Utahs Vorgehen damit die Entscheidung des US-Kongresses, staatliches Recht auf diesem Feld bundesweit zu verdrängen (Federal Preemption). Der Streit dreht sich um sogenannte Event Contracts, Derivate, deren Auszahlung vom Ausgang künftiger Ereignisse abhängt und die die Grundlage der Prognosemärkte bilden.
Prognosemärkte als Informationsmärkte
CFTC-Vorsitzender Michael S. Selig sagte, Utah wolle „Prognosemärkte über eine breite Vielfalt von Märkten hinweg abschalten“. Event Contracts dienten nicht nur Absicherung und Anlage, sie lieferten der Öffentlichkeit auch Informationen über den Ausgang künftiger Ereignisse. Der Kongress habe der CFTC die alleinige bundesstaatliche Verantwortung für die Aufsicht über diese Märkte übertragen, so Selig weiter.
Bundesstaat gegen Bundesstaaten
Der Schritt gegen Utah ist nach Angaben der Behörde kein Einzelfall: Stand 27. Oktober 2026 laufen CFTC-initiierte Verfahren gegen neun weitere US-Bundesstaaten. Die Behörde hat zudem Schriftsätze in vier bundesstaatlichen Berufungsgerichten und in einem obersten Gericht eines Bundesstaats eingereicht. Aus der Klage geht nicht hervor, in welchem Gericht sie eingereicht wurde und welche Rechtsmittel die CFTC beantragt.
Für die Branche geht es um mehr als einen Rechtstreit mit einem Staat: Prognosemärkte, die in den USA mit CFTC-Registrierung operieren und zuletzt auch in Deutschland inhaltlich unter Druck geraten sind, sind zuletzt mit Partnern wie Robinhood und Coinbase in den Mainstream gerückt. Welche Marktmodelle diesen Boden halten, hängt nun davon ab, ob staatliche Glücksspiel- und Verbraucherschutzgesetze bundesregistrierte Börsen überhaupt erreichen können. Dass Insiderhandel bei Prognosemärkten ein Schwerpunkt der CFTC-Aufsicht ist, hatte die Behörde bereits am 26. Oktober 2026 betont.
