Die niederländische Glücksspielbehörde Kansspelautoriteit (Ksa) hat am 29. Oktober 2026 berichtet, dass der lizenzierte Glücksspielmarkt der Niederlande 2025 geschrumpft ist, und nennt als Ursache nur einen Teil die eigenen Spielerschutzmaßnahmen von Ende 2024.
Das brutospelresultaat (BSR), der Bruttoumsatz aus Einsätzen minus ausgezahlten Preisen, fiel demnach von 4,5 Milliarden Euro 2024 auf 4,1 Milliarden Euro 2025. Den Hauptanteil trugen die Online-Segmente: Der BSR des Online-Casino-Angebots sank um 18,2 Prozent, der von Sportwetten sogar um 30,2 Prozent.
Der Regulator räumt die Grenze seiner eigenen Aussage ein
Die Ksa schreibt in ihrer Veröffentlichung selbst: „Diese Rückgänge sind zumindest teilweise auf die verschiedenen Maßnahmen zum besseren Teilnehmerschutz zurückzuführen, die Ende 2024 eingeführt wurden, wie die Nettostortingsgrenze.“
In der Formulierung steckt ausdrücklich ein „zumindest teilweise“. Ein weiterer Faktor verkompliziert den Vergleich: 2024 fand die Männer-Europameisterschaft im Fußball statt, was den BSR für Sportwetten in diesem Jahr nach Angaben der Ksa erhöhte. Der Rückgang 2025 bei den Wetten fällt damit gegen einen ungewöhnlich hohen Vergleichszeitraum aus. Wie groß der jeweilige Anteil von Regelung und Basiseffekt ist, nennt die Behörde nicht.
Was die Zahlen daneben zeigen
Die anderen Segmente bewegten sich weniger stark: Der BSR der Automaten in Spielhallen und der Gastronomie sank um 4,7 Prozent, der der Lotterien um 1,8 Prozent. Holland Casino verzeichnete ein Plus von 2,8 Prozent, das laut Ksa vor allem aus den Automaten stammt, nicht aus den Tischspielen.
Im ersten Halbjahr 2026 stieg die Zahl der Online-Glücksspiel-Accounts von 1,38 auf 1,48 Millionen. Die Ksa erwähnt als mögliche Gründe die im Juni gestartete Männer-Weltmeisterschaft, aber auch, dass Menschen mehrere Accounts anlegen könnten, um die Einzahlungslimiten pro Account zu umgehen. Nach diesen Zahlen gehen etwa 94 Prozent der Menschen, die gelegentlich Glücksspiel spielen, nur bei legalen Anbietern; auf das BSR bezogen liegt diese Quote nach Schätzung der Ksa bei 59 Prozent in der ersten Jahreshälfte 2026, nach 54 Prozent in der zweiten Jahreshälfte 2025. Die Behörde deutet die Lücke als Hinweis darauf, dass illegale Spieler im Durchschnitt höhere Verluste haben.
2025 waren laut den in dem Bericht enthaltenen LADIS-Daten über 14 Prozent mehr Menschen in Behandlung wegen einer Glücksspielsucht als 2024, also gerade in dem Jahr, in dem der legale Markt geschrumpft ist. Warum, sagt der Bericht nicht. Für die Debatte um die deutsche Einzahlungsgrenze und OASIS ist der niederländische Befund ein Belastungstest: Eine Regulierung, die Einschränkungen verschärft, kann den lizenzierten Markt verkleinern. Die Ksa ist dieselbe Behörde, die gegen illegale Anbieter vorgegangen ist, zuletzt mit einer Rekordstrafe von 37 Millionen Euro.
Die Ksa hat ihren Bericht auf ihrer Website veröffentlicht und fasst dort den Stand von Markt und Überwachung für 2025 und das erste Halbjahr 2026 zusammen.
