Kambi Group hat am 4. November 2026 seinen Q3-Bericht vorgelegt: Der Umsatz stieg im dritten Quartal um 23 Prozent auf 46,0 Millionen Euro. Nach den Zahlen des Unternehmens stieg das bereinigte EBITA (acq) zugleich um 161 Prozent auf 7,9 Millionen Euro.
Die Jahresprognose für 2026 hat Kambi auf rund 26 Millionen Euro eingegrenzt, zuvor hatte die Spanne bei 23 bis 27 Millionen Euro gelegen. CEO Werner Becher sagte dazu im Bericht: „Nach dieser Performance und trotz enttäuschender regulatorischer Änderungen in Brasilien aktualisieren wir heute unsere Guidance für das bereinigte EBITA (acq) auf rund 26 Millionen Euro.“ Allein auf das vierte Quartal entfallen damit rechnerisch rund 4,8 Millionen Euro, weniger als im Vorjahr.
Brasilien drückt mit rund einer Million Euro aufs Q4
Der konkreteste Brasilien-Effekt: Finanzchef David Kenyon kalkulierte im Ergebniscall mit einer Belastung von rund 1 Million Euro für das vierte Quartal, die aus Brasiliens Verbot lizenzierter Online-Glücksspielanbieter vom 6. Oktober folgt. Ob es sich dabei um Umsatz- oder Ergebnisgrößen handelt, blieb im Call offen. In der Q4-Guidance ist kein brasilianischer Umsatz mehr enthalten.
Die Fristen laufen: Die Bundeslizenzen in Brasilien sind am 25. Oktober abgelaufen, und das brasilianische Parlament muss die Provisional Measure bis zum 23. November billigen, eine einmalige Verlängerung um 60 Tage wäre möglich. Der Verbotsschritt ist nach Kambis Einschätzung nicht nur finanziell folgenreich: Brasilien machte 2026 nur einen niedrigen einstelligen Prozentsatz des Umsatzes aus, aber die Entwicklung „könnte das langfristige Wachstumspotenzial des Marktes beseitigen“ . Kambis Bericht nennt keinen betroffenen brasilianischen Partner, frühere Ankündigungen des Unternehmens nannten KTO Group und Stake.
LeoVegas-Rückzug wiegt doppelt so schwer
Kenyon bezifferte weitere Q4-Belastungen auf rund 2 Millionen Euro aus dem Rückzug von LeoVegas in Schweden und Großbritannien, wo der Betreiber seit August sein eigenes Tiger Sportsbook fährt, sowie 600.000 Euro an entfallenen Gebühren von Mohegan Sun. Zusammen ergibt das rund 3,6 Millionen Euro, ebenfalls ohne Angabe, ob es sich um Umsatz- oder Ergebnisgrößen handelt. Kenyon sprach im Call von „klaren Gegenwinden für das nächste Jahr“.
Im Kerngeschäft bleibt Kambi indes aktiv: Mit QuinnBet und Pure Casino Entertainment stehen neue Turnkey-Sportsbook-Verträge, der QuinnBet-Start ist für das vierte Quartal geplant, und in Nevada soll der zehnjährige Partnerschaftsvertrag mit Station Casinos in den nächsten Wochen über den regulatorischen Feldtest anlaufen.
